Geburtsgeschichten - so individuell wie jede Familie


Jedes Kind hat seine eigene Geburtsgeschichte ..


die wenigsten von uns wissen, wie unsere eigene Geburt war, denn die wenigsten Mütter reden offen darüber. Die meisten verdrängen diesen Teil des Mama Werdens, des Mama Seins. Doch diese Geschichten prägen jeden von uns so sehr. Egal ob Mama, Papa und vor allen Dingen dieses wunderbare kleine Geschöpf, dass es nun endlich aus dem Bauch heraus geschafft hat.

Bei den einen ging es schnell, bei den anderen hat es länger gedauert. Bei manchen lag das Baby richtig, bei den andern falsch herum, manche Zwerge haben sich im Bauch gedreht, wurden normal geboren und wieder andere hatten einen Kaiserschnitt. Keine Geburt ist wie eine andere. Denn jedesmal ist es eine andere Frau, mit anderen Ängsten und Gefühlen, aber auch mit einer ganz eigenen Vorgeschichte. Aber nicht zu vergessen, sind die Väter, die auch Ängste haben. Die oft überfordert sind mit den Schmerzen ihrer Frauen und der Situation im Kreissaal.

Viel zu selten reden wir Frauen über unsere Geburtsgeschichten und oftmals werden diese Erlebnisse von uns verdrängt. Denn wenn das Kind erst mal da ist, dreht sich nunmal unsere kleine Welt fast ausschließlich um dieses wunderbare kleine Geschöpf. Aber irgendwo in uns, gibt es einen Teil, der sich noch sehr genau erinnert. Erinnert an all die Schmerzen, die Ängste, die Menschen die bei uns waren, die Ungewissheit, aber auch an dieses Gefühl, wenn man es geschafft hat! Wenn der Bauchzwerg endlich da ist! 

Für mich war immer klar, dass ich eine normale Geburt haben will, umso trauriger machte es mich, dass so viele Ärzte mich immer wieder fragten, ob ich einen Kaiserschnitt möchte.  Leider kann man sich das aber nicht immer aussuchen, manchmal muss es dann einfach ein Kaiserschnitt sein, vor allem, wenn ein Leben auf dem Spiel steht.

Bei mir war es bei der ersten Geburt so, dass ich früh Morgens plötzlich Schmerzen bekam. Wir fuhren dann ins Krankenhaus und die Geburt wurde in der 35. Woche eingeleitet, da der Verdacht auf eine Schwangerschaftsvergiftung bestand. Es dauerte drei Tage bis es endlich los ging und das Warten war für mich das schlimmste. Noch dazu lernt man in drei Tagen fast das gesamte Hebammenteam kennen und nicht immer ist man sich sympatisch. Natürlich muss man dort keine beste Freundin finden, aber wenn es auf der Gefühlsebene garnicht klappt, sollte man das ansprechen. Ich habe das damals zu spät angesprochen und es bitter bereut. Im Kreisaal befand sich eine Hebamme, die sicher fachlich kompetent war, aber im Kreisaal einfach eine komplette Katastrophe. Desto mehr ich darüber nachdenke und es revue passieren lasse, desto mehr ärgere ich mich, dass ich mir damals mit meinen 20 Jahren noch so viel gefallen lassen habe. Für mich war es damals ein einschlägiges Erlebnis, denn ich hätte nie gedacht, dass mich jemand in diesen so intimen und berührenden Stunden so sehr verletzen und demütigen kann. Irgendwann hatte ich dann den Mut, meine Bitte um eine andere Hebamme auszusprechen! Das war in meiner Situation damals das einzig richtige.

Als es dann endlich richtig los ging kam der erste Zwilling normal zur Welt und plötzlich ging alles ganz schnell. Im Raum herrschte plötzlich eine ganz komische Stimmung, ich bekam eine Maske aufs Gesicht, wurde in den OP gefahren und schlief ein. Als ich aufwachte erfuhr ich, dass man beim zweiten Zwilling keine Herztöne mehr gehört hat, dass es ihm gut ging, aber dass er auf der Neo versorgt wurde. Auf das alles war ich nicht gefasst.. 

Bei der zweiten Schwangerschaft ging ich immer vom schlimmsten aus. Ich wollte auf so viel wie möglich vorbereitet sein. Natürlich klappt das nicht, aber ich wollte, dass alle versorgt sind, falls es zu einer Frühgeburt kommt und vor allem, dass kein Baby alleine sein muss. 

Alles ging gut aus. Ich hatte eine schöne Schwangerschaft mit einer super Geburt. Aber das alles wäre ohne dieser guten Versorgung der Hebammen die uns betreuten nicht möglich gewesen. Egal ob vor der Geburt, bei der Geburt oder danach! Vielen lieben Dank!!

Die beiden Kleinen kamen normal zur Welt. Beim zweiten Zwilling war der Notkaiserschnitt zwar wieder sehr nahe aber wir schafften es gerade noch! :)

Ich würde mich freuen auch von euren Geburtsgeschichten und Erfahrungen zu lesen..

Kommentar schreiben

Kommentare: 0